Sonntag, 13. August 2017

FÜLLHORN


Ein wunderbarer Sonntagmorgen. 
Das Fenster steht weit offen, die Kirchenkglocken läuten, eine kleine Meise zwitschert auf dem Bäumchen vor dem Haus. 
Und wie ich so meinen Blick hinausschweifen lasse stelle ich fest: 
Da ist ein Wandel im Gange.
Das frische, helle Grün der Weiden im frühen Sommer ist einem satten, beinahe schon krautigen Ton gewichen. Das Blau des Himmels ist nicht mehr so leuchtend, dafür changiert es jetzt pudrig-weich. Sowieso, das Licht: das gleissend Helle von vor wenigen Tagen noch hat einem viel milderen, sanfteren Strahlen Platz gemacht. 
Der frühe Morgen zeigt sich bereits recht kühl und feucht; die kleinen Nebelschwädchen, die ich so gerne mag, ziehen über das Riedland und leuchten seltsam mystisch im anbrechenden Tageslicht.
Und an den alten Nussbäumen kann ich sogar schon ein paar gelbe und braune Blätter ausmachen.

Wir sagen, dass es ab Mitte August zügig "nitzi" (hinten runter) geht mit dem Sommer- und das bewahrheitet sich wohl auch dieses Jahr. Ein endgültiges Zeichen für den stetig fortschreitenden Wandel hin zum Herbst ist das Weiterziehen meiner Schwälbchen im Stall. Auch diesen Sommer haben sie 2 Bruten Jungvögel erfolgreich ins Leben entlassen und werden wohl bald den beschwerlichen Weg in wärmere Gefilde auf sich nehmen.
Noch füllen sie den Stall mir ihrem fröhlichen Plappern, noch darf ich ihre grandiosen Flugkünste bestaunen- bald schon werde ich sie vermissen.....

Der Erntemonat August macht seinem Namen alle Ehre; er schüttet ein wahres Füllhorn an Geschenken der Natur über uns aus! 
Letztin habe ich eine grosse Tragetasche voll frisch geernteten Gemüses geschenkt bekommen von jemandem, der einen riesigen Schrebergarten mit Hingabe hegt und pflegt.


Alleine der Anblick dieses herrlichen, knackigen Gemüses ist eine wahre Freude. Aber das Wissen darum, dass man hier wirklich Nahrungsmittel vor sich hat, die nicht mit irgendwelchen Giftstoffen belastet sind, die keine irrsinnigen Transportwege hinter sich haben und direkt vom Beet auf dem Teller landen- das macht ein wahrlich gutes Gefühl.

Diese Tomaten! Prall sind sie, mit festem Fruchtfleisch, das kaum Kerne aufweist. Die kleinen, grünen Peperonis schmecken so ganz anders als ihre Kollegen aus dem Kaufhaus, intensiv und aromatisch, und die riesigen Zwiebeln verströmen zwar den typisch markanten Duft, brennen aber kaum in den Augen.
Das ist ein haptischer, visueller und olfaktorischer Genuss ohnegleichen! 

Ich hab meinen grössten Topf rausgeholt und ein Ratatouille aus diesen Gaben der Natur gekocht. Mit einem ordentlichen Schluck guten roten Weines darin, mit frischem Thymian und Oregano.
Wie ich so am Herd stand und rührte, umwabert von diesen herrlichen Düften, da fehlten eigentlich nur noch das Zirpen der Zikaden und ein paar Olivenbäume vor dem Fenster, um mich irgendwo in die Toskana versetzt zu fühlen.



Und einmal mehr hat sich bewiesen: Das Einfachste ist oft das Beste!
Ein paar gekochte Kartoffeln dazu, meine obligate Portion geriebenen Greyerzer drüber- was braucht der Mensch mehr? Bleibt mir weg mit Nouvelle Cuisine und Konsorten, wenn ich sowas Feines geniessen darf....

Dankbar dafür, was die Natur uns an Wundervollem überlässt. Und in Vorfreude auf die kommende Saison, die uns mit frischen Pilzen und Kürbissen, Zwetschengen, Trauben und Marronis verwöhnen wird. Auf wirbelnde Blätter, freche Winde und den Duft von feuchtem Moos und zerfallendem Holz im Wald.  

Achjaaa..... ist es nicht herrlich??



Frohe neue Woche, herzliche HummelzGrüsse!






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Sonntag, 6. August 2017

AAAAAHHHHHH......!!



Ich sag mal nur soviel:

💦 REGEN

💦 Temperaturen knapp um die 20°

💦 Frische, kühle Luft, die durch die weit geöffneten Fenster 
   strömt

💦 Und eine Hummel, die quietschvergnügt auf dem Sofa sitzt
   und an einem Schal häkelt. Der soll fertig werden, bevor
   die ersten Herbststürme ums Haus toben. 🍂🍁🍃🍁🍂

💦 HERRLICH!!! 




Frohen Start in die neue Woche! 




Donnerstag, 3. August 2017

UNE VISITE


Es gibt kaum etwas, das sich mehr unserer Kontrolle entzieht als der Lauf der Zeit. So verwundert es nicht, dass bereits wieder die Hälfte der Juratage gezählt ist- Grund genug um mal zu sehen, was die Jungs so treiben! 

Gestern Morgen machten wir uns also auf den Weg quer durch die halbe Schweiz. Auf dem Hof im Jura angekommen begrüsste uns der Sohn der Besitzer und liess uns wissen, dass die Jungs auf dem "kleinen Weidli" hinten im Tal seien. 

Nur um mal die Proportionen zu verdeutlichen: das "kleine Weidli" stellt einen ganz kleinen Bruchteil des Geländes dar, welches der Familie gehört. Trotzdem ist es mindestens 20 Mal so gross wie meine eigene Weide hier zuhause - so haben HerrHummel und ich vorsichtig geschätzt! Das sind Flächen, von denen wir hier nur zu träumen wagen.....

Die Ponys hatten sich mit ihren Kumpelz der flirrenden Hitze wegen in den Wald verzogen. 


Dort standen sie alle völlig tiefenentspannt, liessen Köpfe, Ohren und Unterlippe hängen. Die Ruhe wurde nur ab und zu durch ein Schnauben, das Summen einer Fliege oder das entrüstete Quietschen einer Stute unterbrochen, die sich einen etwas zu plumpvertraulichen Verehrer vom Hals halten musste.


Auf unser Rufen hin kam etwas Leben in die Truppe; John und Harry guckten vorsichtig um den Baum herum, hinter dem sie grade beide standen, und ihre Blicke sprachen Bände: 

"Ochnööö....was wollen DIE denn jetzt hier??"


(Links John, das Blondie rechts HINTER dem Baum ist Harry)

Man darf sich da nichts vormachen: Wenn man Pferden ihren absolut natürlichen und artgerechten Lebensraum bietet, dann ist der Mensch für sie aber sowas von überflüssig! Sie kippen von jetzt auf gleich den Schalter um und sind mit jeder Faser ein Teil der Natur, der sich selber zu helfen weiss.

Nichtsdestotrotz liess sich Harry dann aber doch zu einem Begrüssungsknootscher hinreissen..... ;oD Er ist eh' der Verschmustere von beiden. Guckt mal seinen Blick, *gg*! Und ich bilde mir ein, dass er grinst.....


Nach einer Weile des hingebungsvollen Kraulens und Tätschelns und gestärkt mit einem Mittagessen im Garten der "Auberge de la Gare" machten wir uns wieder auf Richtung Heimat. 
See'ya, Jungs! Wir kommen bald wieder!

🌿 🌿 🌿 🌿 🌿 🌿 🌿 🌿


Wenn man Tiere in sein Leben lässt bringt das wahnsinnig viel Freude mit sich.
Und doch muss man sich gewahr sein, dass einen diese Freunde irgendwann mal wieder verlassen.

Vorgestern wurde unser lieber Floyd überfahren.
Morgens hab ich ihn noch gekrault im Stall, er strich schnurrend um meine Beine und machte sich über den Futterteller her.
Als ich eine halbe Stunde später vom Stall wegfuhr fand ich ihn ein paar Meter weiter leblos am Strassenrand. Es musste grade eben erst passiert sein.


Und so schaufelten HerrHummel und ich schon wieder ein kleines Grab auf der Weide. Floyd liegt jetzt neben seinem besten Kumpel JJ, den wir letzten November verloren haben. 
Abends fand ich dieses Bild von den Beiden.....


Wir sind sehr traurig- Floyd war so ein fröhlicher und charmanter kleiner Kerl!- und hoffen, dass das jetzt aufhört. 
Denn Floyd war nun der vierte fellige Freund binnen zweier Jahre, den wir ziehen lassen mussten. 

Das reicht nun wirklich.....


  🐝


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Sonntag, 30. Juli 2017

WILDE BANDE!



GRÜEZI!!



Ich bin die Trulla, wisst ihr noch? Seit einer Weile lebe ich wieder auf dem Heuboden, wo es mir so-sooo-gut gefällt! 
Jeden Tag 2 Mal kommt meine Menschenfrau vorbei, ich erinnere mich daran, dass sie mir früher immer das Fläschchen gegeben hat. Sie bringt lecker Futter und frisches Wasser, sie hält unsere Kistchen sauber und sie krault mich auch immer, phrrrr-phrrrr! Sie sagt, dass ich eine richtig wilde Hummel bin- und ziemlich frech noch dazu. Naja, darüber kann man sich streiten.....! 😺
Ab und zu hält sie mir so ein seltsames schwarzes Ding vor die Nase, das schiesst Lichtblitze und klickt und surrt.  
Die Menschenfrau sagt immer, dass ich jetzt mal ruhig sitzen soll. Das ist viel verlangt, das kann ich nicht. Und dann schimpft die Menschenfrau und lacht gleichzeitig. Naja, manchmal sind Menschen schon etwas seltsam!

Vor einer Weile hat Tante Paddy ihre Kinder bekommen. Inzwischen sind die Vier ordentlich gewachsen, wir sind dicke Kumpels geworden und wir spielen und toben ganz oft miteinander.
Die Menschenfrau sagt zwar immer: "Trull-aaaaa, nicht so derb!" wenn ich mit meinen kleinen Freunden kämpfe. Aber hej- wir sind Mietzen, wir halten was aus!

Guck, das sind sie!








Und das ist der kleine Bilbo. Er war von Anfang an das zarteste und schwächste Baby, und er hat viel geschrien. Deshalb bekommt er von der Menschenfrau immer noch jeden Tag seine zwei Fläschchen. Jetzt hat er zugelegt und ist fröhlich und lebhaft. Aber er ist immer noch ein Knirps!



Hach, das ist herrlich auf dem Heuboden! So viele Heuballen sind da gestapelt, das ist ganz furchtbar spannend! Man kann zwischen den Ballen reinschlüpfen und durch viele dunkle Gänge kriechen- und irgendwo kommt man dann wieder raus. Das bringt soooo viel Spass!




Jagen und Toben macht aber irgendwann ganz furchtbar müde. 




Tagsüber legen wir uns immer mal wieder zu einem Nickerchen hin, und abends, wenn die grosse Lichtkugel versinkt, kuscheln wir uns aneinander und schlummern selig.




Hömmm- die Menschenfrau sagte grade, dass ich eine Plappertasche bin und dass es jetzt reicht. Okay. Ich guck dann mal, was die andern veranstalten.....!


Pfötchenwink-wink und herzliche Trullagrüsse! 💕





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Donnerstag, 27. Juli 2017

VORHER / NACHHER / UND JETZT?


Das menschliche Wesen für sich besehen mutet einen oft etwas seltsam an. Irgendwie rast- und ruhelos, immer auf der Suche, selten zufrieden mit dem, was ist.

Wir kennen sie alle, diese Vorher-Nachher-Bilder. Vor und nach der Renovation des Wohn-, Schlaf-, Badezimmers, wahlweise auch des ganzen Hauses. Vor und nachdem sich jemand in seinem Garten zu schaffen gemacht und ihn umgestaltet hat. Vor und nach dem Coiffeurbesuch. Undsoweiterundsofort...... 

Das ist meist sehr spannend zu betrachten, nicht selten inspirierend, und ich habe mich selber schon oft genug dabei ertappt, dass sich bei der Gelegenheit in meinem Kopf aus einem Gedankenkäuel eigene Ideen ihren Weg gebahnt haben. 

Und da ist ja auch nichts Verkehrtes dabei! Kreativität und Phantasie sind Katalysatoren im Leben, sie machen uns glücklich und beflügeln uns. Wer hat nicht schon vor einer Arbeit gestanden, die er soeben vollendet hat (egal ob selbstgenadelter Pulli oder frischgestrichenes Gartenhäuschen) und war einfach nur sehr zufrieden mit sich und der Welt und ein bisschen stolz obendrein!
Denn alles, was wir mit unseren eigenen Händen (er)schaffen hat einen ganz besonderen, ideellen Wert. 

Bedenklich wird es für mich allerdings dann, wenn dieses Schaffen und Verändern zu einer beinahe schon zwanghaften Lebenshaltung wird, angetrieben von einer permanenten Ruhelosigkeit, die aller Wahrscheinlichkeit nach auch nie zu befriedigen sein wird und die sich quer durch alle Bereiche eines Lebens bemerkbar machen kann. Auch und gerade beim Bloggen begegnen einem immer wieder typische Beispiele. Ich mache da oft eine so unglaubliche Betriebsamkeit aus, dass mir schon vom Zusehen ganz blümerant wird! 

Für viele Menschen scheint der Spruch "Stillstand ist Rückschritt" DIE Lebensmaxime überhaupt zu sein. 
Immer in der Spur, um das Neueste und Angesagteste zu verfolgen. Immer in Sorge, etwas zu verpassen und getrieben vom Gedanken, das Bestmögliche aus dem eigenen Leben herauszuholen.

Das "Vorher" scheint in jedem Fall verbesserungswürdig und das "Nachher" nicht nur eine Option, sondern unabdingbare Intention,in welchem Lebensbereich auch immer. 
Doch sobald die gesteckten Ziele erreicht sind offenbart sich auch schon die nächste Prämisse, die es zu verfolgen gilt. 

Da stellt sich mir die grosse Frage: 


Wo bleibt dabei das "HIER und JETZT"? 

Wo die Ruhe und die Musse, das Geleistete und Erschaffene zu geniessen? Ihm die Wertschätzung zu zollen, die es verdient hat?
Wo die Gelassenheit, sein Leben nach ganz eigenen Wünschen und Vorstellungen zu gestalten, auch wenn das nicht der populären Kultur entspricht oder sich vielleicht sogar sehr von ihr distanziert? 

Manchmal würde ich dem einen odern andern am liebsten etwas mehr Mut wünschen. Um an das, was er tut und leistet zu glauben und daran, dass es mehr als gut und mehr als genug ist. Und dass er sich selber als wertvolle Persönlichkeit wahrnimmt. Weil er sich frei macht von all den Faktoren, nach denen wir nur zu gerne von unserer Umwelt taxiert werden. 

Stillstand ist kein Rückschritt, solange der Geist frei und wach, beweglich und achtsam bleibt.
Man kann zielstrebig und innovativ sein, ohne die eigenen Werte und Absichten durch fremdbestimmte Massstäbe ausser Kraft setzen zu lassen.
"Innovation" heisst ja nichts anderes als "Neuerung" oder "Erneuerung", kann und soll also auch bedeuten, eigene Wege zu entdecken und zu gehen.







Die Kunst besteht darin, 
die den eigenen Bedürfnissen gerecht werdende 
Balance zu finden und zu halten. 

😊



Hummelzherzensgrüsse!🐝




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Sonntag, 2. Juli 2017

CIAO AMICI + WELCOME BACK!

Man sollte meinen, nach all den vielen Jahren, in denen wir unsere schweren Jungs nun schon im Sommer in den Jura fahren, sollte ich mich daran gewöhnt haben. Und doch ist es jedes Mal ein seltsam beklemmendes Gefühl, wenn wir spätnachmittags nach hause kommen. Im leeren Stall stehen, der jetzt so ruhig und verlassen ist. Weit und breit keine Ponys. Regelmässig beschleicht mich dann diese leicht hysterische Anwandlung und die Frage: "Was mach ich da eigentlich??"

Aber natürlich weichen diese Regungen gleich wieder der Erkenntnis, dass es den Jungs gut geht. SEHR gut sogar. Und dass wir alle jetzt mal wieder 10 Wochen lang nach einem ganz andern Takt leben dürfen.
Einer, der vor allem für uns Zweibeiner etwas geruhsamer schlägt. Einer, der Raum schafft für alles, was sonst eher zu kurz kommt. 

Die Jungs fühlen sich offensichtlich zuhause, kaum dass sie den jurassischen Boden betreten haben. Mit wehenden Mähnen wird das Territorium im Galopp abgemessen, und das wilde Heer nimmt sogleich die Verfolgung auf. 
Und dann: Köpfe ins Gras, und a Ruah is! 😃

HerrHummel hat das Geschehen filmlich festgehalten; biddeschön!

(KLICKT DIESEN LINK AN- DAS MIT DEM FILMCHEN 
KLAPPT MAL WIEDER NICHT, SEUFZZZZ......)


Naja. Gestern war aber auch etwas viel Trennungsschmerz auf's Mal. Abends wurden auch noch 2 unserer 12 Wochen alten Mietzchen abgeholt. Von einem älteren Ehepaar, das vor Kurzem seine 14jährige Katze verloren hat und nun unbedingt wieder "Leben in der Bude" haben wollte.

Die zwei Süssen sind in den nächsten Ort gezogen, und ich werde sie bald mal besuchen. Ich denke, sie haben ein wirklich liebevolles Plätzchen bekommen!

Ach! Ich bin euch ja noch schuldig geblieben, wie es mit der Trulla weiterging!
Nun: Die Trulla residiert wieder im Stall. Missi Toffee wurde immer depressiver und wollte nur noch auf der Loggia leben. Sie hat der Trulla zwar nix getan, aber sie war je länger, je unglücklicher mit der Situation. 
Also haben wir beschlossen, dass die Trulla zurück in den Stall kommt. Und was soll ich sagen: Sie hat sich sofort wieder heimisch gefühlt! Ich hab noch nie eine Minimietze gesehen, die mit einem so ausgeprägten Selbstbewusstsein gesegnet ist! ;oD Sie mischt einfach überall mit, setzt sich zu den grossen Katern an den Futterteller, rast wie ein Derwisch über den Heuboden und sorgt für viel Heiterkeit.
Sie ist ein kleines Goldstück und darf natürlich bei uns bleiben.
Eviva Trulla! 😍



Souuuu! Und dann: Frohen Sonntag weiterhin!

Ganz herzliche Grüsse! 💞




Samstag, 24. Juni 2017

WENDEPUNKT

Manchmal, da gebärdet sich das eigene Leben wie ein bösartiges, ungezogenes Kind, das einem ganz fies, kurz und knackig vors Schienbein tritt und dann mit einem hämischen Lächeln beobachtet, wie man mit der Situation umgeht.

Ich erinnere mich noch ganz genau an diesen Abend Ende März vor etwas mehr als 6 Jahren. Ich hastete in Luzern über die Seebrücke, es war kalt und dunkel und ich sehr in Eile, um meinen Zug noch zu erreichen. Ein weiterer anstrengender Tag lag hinter mir in dieser Praxis, in der ich seit 4 Jahren den Karren schleppte. 
11-Stunden-Tage mit 15 Minuten Mittagspause waren damals ganz normal, ich stand morgens um 4 auf und kam abends meist kurz vor 8 nach hause, denn vor und nach der Arbeit mussten ja auch noch die Ponys versorgt werden.

Ich hastete also über diese Brücke wie so viele andere, und plötzlich wurde mir ganz weich in den Knien. Mein Puls raste, es fiepte in den Ohren, und die Welt um mich rum begann seltsam zu wackeln. Mit Mühe erreichte ich grade noch so meinen Zug und liess mich völlig zittrig ins Polster fallen.

Seit vielen Monaten schon schlief ich nachts mit viel Glück grade noch so 2 oder 3 Stunden. Den Rest der Zeit lag ich wach, die Gedanken fuhren Karussell, ich grübelte, überlegte, und mein Gehirn machte sich einen Spass daraus, mir nächtelang immer und immer wieder die gleiche Platte "abzuspielen". Ich summte oft stundenlang in Gedanken dieselbe Melodie- ich hätte manchmal ausrasten können. 
Ich wurde immer müder und schlapper und fragte mich jeden Morgen, wie ich den anstehenden Tag bloss hinter mich bringen sollte.
Der letzte Rest Energie ging für den Job drauf; dort gab ich mein Bestes und liess mir nichts zu Schulden kommen, unsere Patienten und mein Chef waren voll des Lobes wie kompetent, speditiv und zuvorkommend ich doch sei.
Ich allerdings hätte nur noch heulen können.....

Und so wurde dieser Abend zum Wendepunkt in meinem Leben.
Am nächsten Tag bekam ich einen Termin bei meinem Hausarzt, der sich Zeit nahm und mir zuhörte und nachfragte und mich schlussendlich für einen Monat arbeitsunfähig schrieb. Ausserdem meldete er mich in einer Schlafklinik an, wo ich über die ganze Zeit ambulant behandelt wurde.
Heute weiss ich, dass diese Schlafklinik eigentlich der falsche Weg war und man dort nur die Symptome, nicht aber den Auslöser des Problems behandelte. Aber zumindest kümmerte sich jemand um meine Anliegen und ich hatte Zeit, mich für eine Weile aus diesem Hamsterrad auszuklinken.

Und das Ende vom Lied? 
Am Abend vor meiner Rückkehr in die Berufswelt bat mich mein Chef in die Praxis und kündigte mir. Er machte mir absolut haltlose Vorwürfe und kritisierte meine "minimalistische Arbeitshaltung". 

Wie jetzt- das hatte sich doch bis vor 4 Wochen noch so ganz anders angehört......?! 
DAS war ja mal eine Richtungsänderung par excellence- mehr Diskrepanz ging ja wohl nicht.

Wenn er nun hysterisches Geflenne oder gar inständiges Betteln um den Erhalt meines Jobs erwartet hatte: Fehlanzeige. Ich sagte ihm bloss, dass er mir eine Entscheidung abgenommen habe und dass es für mich absolut okay sei so. 

Das hat ihn dann doch ein wenig um Fassung ringen lassen. 

Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie euphorisch ich auf dem Nachhauseweg war! Raus aus dieser Tretmühle, die Zukunft stand mir offen, es lag nun an mir, was ich daraus machen würde. Ich hatte keine Sorge, nicht den Hauch der Angst, keinen Job zu finden- ich war einfach nur zuversichtlich und sehr erleichtert!

Und ausserdem hatte mich meine Menschenkenntnis einmal mehr nicht im Stich gelassen: Wirkte "er" vordergründig wie ein sehr sympathischer und grosszügiger Chef, so missfiel mir irgendwas an ihm doch immer. Ich hätte es nur nicht beim Namen nennen können. Heute weiss ich, was es war......

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich bekam meine Stelle in der Klinik, in der ich heute noch arbeite und wo es mir gut gefällt. Aber meine Einstellung zu meinem Job hat sich grundlegend verändert: Natürlich will ich meine Arbeit nach wie vor so gut wie möglich verrichten. Aber ich lasse mich nicht mehr davon auffressen. Ich grenze mich ab und erachte mein Privatleben als mindestens so wichtig wie meinen Job. 

"Ich arbeite fürs Leben, ich lebe nicht fürs Arbeiten!" 

das ist mein Wahlspruch diesbezüglich. Und inzwischen habe ich diesen Balanceakt perfektioniert. Kaum verwunderlich, dass diese Kehrtwende praktisch Hand in Hand ging mit der Reduktion auf das Wesentliche und das Minimalisieren in allen Bereichen meines Lebens.

Heute fühlt sich mein Leben an wie der Ort auf diesem Bild:


Hell, luftig und leicht. Mit viel Raum zum Atmen und Sein, mit einer konstanten Perspektive auf die vielen kleinen, oft versteckten schönen und wertvollen Dinge im Leben und mit einer Tür, die offen ist und mir im übertragenen Sinne Bewegungsspielraum lässt. 
Und diese Art zu leben gibt mir die nötige Ruhe und Zuversicht in Zeiten, die sich nicht so gestalten, wie ich es mir gerne vorstellen würde. Meine Vergangenheit (in der es noch mehr solcher Episoden gab, von denen eine ganz besonders an die Substanz ging- vielleicht erzähl ich euch ein anderes Mal davon!)hat mich gelehrt, dass es für alles Lösungen gibt. Manchmal kommen die zwar ein wenig forsch ums Eck und hämmern etwas penetrant an die Tür (weil man sie sonst wahrscheinlich gar nicht wahrnehmen würde!)
Und mitunter kommen sie auch von ganz unerwarteter Seite! 😏

Da passt der Satz ganz wunderbar, den ich letzthin gelesen habe und der mir sehr gefallen hat:



Manchmal ist es sehr befreiend
eingeschränkte Möglichkeiten
zu haben.



Oft meint es das Leben gerade dann ganz besonders gut mit einem wenn man denkt, keinen Einfluss auf das Geschehen zu haben.....

Ein beruhigender Gedanke, nicht wahr??



Frohen Sonntag, meine Lieben!💕